Geschichte Amsterdam
Die Anfänge
Amsterdam wurde im 13. Jahrhunderts als Fischerdorf von zwei friesischen Fischern gegründet. Die Eindämmung des Amsel Flusses gab der Stadt ihren Namen: das holländische "Amstelredam" (Damm der Amstel) wurde mit der Zeit zu "Amsterdam". 1300 oder 1301 erhielt es das Stadtrecht und seit dem 14. Jahrhundert wuchs es immer mehr, vor allem durch den Handel mit den Hansestädten.Unanhängigkeit
Im 16. Jahrhundert rebellierten sich die Holländer gegen Philip II. von Spanien und seine Nachfolger, welches zum 80jährigen Krieg führte. Nach Ende dieses Krieges erhielt Holland die Unabhängigkeit Die holländische Republik wurde wegen ihrer Religionstoleranz bekannt und so kamen viele Juden aus Spanien und Portugal, reiche Kaufmänner aus Antwerp (dem Teil der Niederlande, der immer noch von Spanien regiert wurde), sowie Hugenotten aus Frankreich nach Amsterdam. Es waren die reichen und gebildeten Immigranten aus Flandern, die sich stark durchsetzten (ihr brabanter Dialekt wurde zur Basis des geschriebenen Holländischen) und Holland zu einer Handelsmacht machten.Handelsmacht Amsterdam
Das 17. Jahrhundert wird oft auch als Amsterdams "Goldenes Zeitalter" beschrieben. Die Stadt war eine der reichsten der Welt, Schiffe legten von hier ab, um nach Nordamerika, Afrika, Brasilien und Indonesien zu segeln und Amsterdam war die Basis einer globalen Handelskette. Die Kaufleute aus Amsterdam besaßen die größten Anteile der VOC und der WIC. Diese Firmen erlangten die überseeischen Besitztümer und formten die Basis der späteren niederländischen Kolonien.Amsterdam war der wichtigste Umschlagplatz für europäische Güter und das größte Finanzzentrum der Welt. Die Amsterdamer Börse war die erste, die kontinuierlich Handel betrieb. Die Bevölkerung wuchs von 10.000 im Jahre 1500 und 30.000 im Jahre 1570, auf 60.000 im Jahre 1600, 105.000 im Jahre 1622 und fast 200.000 im Jahre 1700 an. Danach veränderte sich die Bevölkerungszahl innerhalb 150 Jahre kaum. Das 18. und 19. Jahrhundert. brachte mehr Armut nach Amsterdam, was sich vor allem durch die Kriege mit Frankreich und Großbritannien erklären lässt.
Während der Napoleonischen Kriege gelangte Amsterdam an seinen Tiefpunkt. Als aber 1815 das Königreich der Niederlande gegründet wurde, ging es langsam wieder bergauf. Menschen wie Samuel Sarphati, der seine Inspiration in Paris fand, begannen neue Projekte in Amsterdam.
Das 19. und 20. Jahrhundert
Das Ende des 19. Jahrhunderts wird manchmal auch Amsterdams "Zweites Goldenes Zeitalter genannt". Neue Museen, der Hauptbahnhof und das Concertgebouw wurden errichtet. Zu diesem Zeitpunkt erreichte die Industrielle Revolution die Stadt. Der Amsterdam-Rhein-Kanal und der Nordseekanal wurden gebaut, um Amsterdam eine direkte Verbindung zum Rhein und eine kürzere Verbindung zur Nordsee zu geben. Beide Projekte verbesserten die Kommunikation mit dem Rest Europas und der Welt auf drastische Art und Weise. 1905 entstand zudem Joseph Conrads Beschreibung Amsterdams vom Meer aus ("Der Spiegel der See").Kurz vor dem 1. Weltkrieg begann die Stadt zu wachsen und neue Vororte wurden gegründet. Während des Krieges blieb Holland neutral. Amsterdam litt unter einem Mangel an Lebensmitteln und Heizmaterial. Einige Menschen starben.
Am 10. Mai 1940 invadierte Deutschland die Niederlande und ergriffen nach 5 Tagen die Macht. Eine zivile Naziregierung half bei der Verfolgung der Juden. Trotzdem half eine Minderheit der Amsterdamer den jüdischen Flüchtlingen sich zu verstecken. Mehr als 105.000 Juden wurden deportiert, die bekannteste unter ihnen war das deutsche Mädchen Anne Frank. Nur 5.000 der Juden überlebten den Krieg.
Im Jahre 2005 besuchten 965.000 Menschen das Museum der Prinsengracht, auch bekannt als das Haus der Anne Frank.
Die größte Altstadt Europas mit ihren schönen Gebäuden soll auch in die UNESCO-Liste des Weltkulturerbes aufgenommen werden.